Der Dachdecker – Ein Beruf mit einer langen Geschichte
Den Beruf des Dachdeckers gibt es schon seit dem Mittelalter.
Auf dem Wappen der Dachdecker sind ein Dachdeckerbeil, ein Schieferhammer und ein Zirkel abgebildet, denn dies waren mit die wichtigsten Werkzeuge der Dachdecker.
Damals trauten sich die Architekten und Bauherrn meist nicht auf die hohen Dächer ihrer Kunstwerke um die Arbeit der Dachdecker zu kontrollieren, deshalb konnten diese auch so arbeiten, wie es ihnen beliebte. Daher kommt auch heute noch der Ausspruch: Halt es wie ein Dachdecker!

Ein Lehrling lernt in Deutschland in der Regel drei Jahre und legt dann eine Gesellenprüfung ab.
Sind Sie in Österreich Dachdeckergeselle, besteht die Möglichkeit, nach 2 Jahren nachweislicher Berufserfahrung und einem Meisterkurs die Meisterprüfung zu machen. Auch kann ein Kolleg für einige Fachrichtungen besucht werden. Eine weitere Möglichkeit des Aufstiegs besteht darin, die Matura nachzuholen und ein anschließendes Fachhochschulstudium zu absolvieren.
Zur damaligen Zeit musste ein Dachdecker, ganz gleich ob Lehrling, Geselle oder Meister in einer Zunft sein, um seinen Beruf ausüben und mit Qualität werben zu können. Es bestand ein Zunftzwang, da die Zunft beispielsweise auch die Preise und die Dauer der Ausbildung bestimmte. Eine Zunft oder Gilde hatte viele Aufgaben und war ein angesehener Zusammenschluss einer bestimmten Handwerksgruppe zur Wahrung der Interessen.
Handelte ein Dachdecker gegen die Zunftbestimmungen, so wurde dieser ausgeschlossen und ihm wurde der Ohrring, der zur Berufskleidung gehörte und damals als Bezahlung für den Bestatter galt, aus dem Ohr gerissen. Daher rührt auch heute noch das Wort Schlitzohr, welches für listige, hinterhältige Menschen steht.
Die Bezeichnungen Zunft und Gilde standen zur Zeit des Mittelalters für das gleiche, doch Wissenschaftler haben die Zunft für handwerkliche Berufe eingeteilt und die Gilde für Kaufmannsleute.
Seit der Einführung der Gewerbefreiheit sind die Zünfte und Gilden weitestgehend ausgestorben. Lediglich als folkloristischer Verein für gesellschaftliche Anlässe finden sich noch handwerkliche Zusammenschlüsse, die jedoch keine bestimmten Aufgaben mehr haben.
Viele Handwerksberufe vereinen sich heute in einer Innung, welche einer Zunft nahe kommt, doch bei weitem nicht dem Zwang einer solchen unterliegt.